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CI beim Kleinkind - Beratung und Begleitung

Gabriele Thierbach
Gabriele Thierbach (Greppen/Schweiz), Mutter eines CI-versorgten Kindes

Die Implantberatungsstellen informieren realistisch über Möglichkeiten und Grenzen des CI. Auch die Selbsthilfegruppen haben da für die Eltern eine wichtige Funktion.
In Deutschland ist die Begleitung nach der Operation gut (zwölfwöchige Reha-Maßnahme, wöchentliche Sprachhilfe, Problembegleitung ...).
Für ihren Sohn, so sagt Gabriele Thierbach nach neun Jahren, war die CI-Operation die richtige Entscheidung. Er ist voll in die hörende Welt integriert.


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Dr. Manfred Hintermair
Dr. Manfred Hintermair (München/Heidelberg), Professor an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg

Notwendig ist eine differenzierte Beratung. Nicht nur bezogen auf den Lautspracherwerb, sondern in Bezug auf die gesamte psychosoziale Entwicklung des Kindes. Dafür wäre es förderlich, erwachsene Gehörlose in die Beratung miteinzubeziehen.
In der Beratung und Begleitung wären Hilfen des Beobachtens in der Kommunikation mit dem Kind wichtig. Die innere, psychische Situation der Eltern müßte stärker beachtet werden.
Eltern brauchen von Anfang an Unterstützung für die Autonomie des Lebens ihres Kindes. Fachleute sind keine Betroffenen, sie können darum die Unterstützung nur anschieben. Die richtigen Gesprächspartner sind die Selbsthilfegruppen und Treffen mit anderen Hörgeschädigten. Notwendig sind aber auch pädagogisch betreute Angebote, wie zum Beispiel Elterntage oder -wochen. Die Beratung sollte offen sein.


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Andreas Kammerbauer
Andreas Kammerbauer MdL (Hochheim), Bundesarbeitsgemeinschaft Hörbehinderter Studenten und Absolventen e.V. (BHSA), Mitglied des Hessischen Landtages (B90/Die Grünen)

Ein Beispiel dafür, wie es nicht laufen sollte ist der Zeitungsartikel "Für Katharinas Mutter geschah ein Wunder" (Nürnberger Nachrichten vom 11.12.98; die Presseseite auf dem Taubenschlag musste leider aus rechtlichen Gründen entfernt werden). Wichtig sind in Beratung und Begleitung gehörlose Fachleute (wie zum Beispiel gehörlose Gehörlosenpädagogen).
Es ist notwendig, den Druck (‚Du mußt alles tun, damit dein Kind hörend wird') von den Eltern zu nehmen.


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Prof. Dr. Dr. Lenhardt
Prof. Dr. Dr. Lenhardt (Hannover), Geschäftsführer der Deutschen Cochlear Implant Gesellschaft e.V. (DCIG)

Prof. Lenhardt bezieht sich auf den Beitrag von Dr. Gotthardt: Explantationen kommen nur sehr selten vor. Einen ursächlichen Zusammenhang des CI mit psychischen Problemen hält er für ausgeschlossen.
Nur wenn bis zum Ende des zweiten Lebensjahres implantiert wird, sind die Chancen für die Integration in die hörende Welt gut. Natürlich spielt auch das Umfeld (Eltern, pädagogische Betreuung, Anlagen des Kindes...) eine Rolle. Unter optimalen Bedingungen wissen die Kinder mit sechs oder acht Jahren, daß sie zu den Hörenden gehören und können in der Hörenden Schule unterrichtet werden.
Bilinguale Erziehung bei tauben Kleinkindern ist aus physiologischen Gründen falsch, da sonst der visuelle Teil der Großhirnrinde trainiert würde.


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Ernst Dombrowski
Dipl. Psychologe Ernst Dombrowski (Siegburg), Stellvertretender Vorsitzender des Elternverbandes deutscher Gehörlosenschulen e.V.

Ernst Dombrowski zitiert aus zwei Elternbriefen. In beiden wird davon berichtet, wie sich ein Kind selbst entschieden hat. Das eine Kind für eine Implantation, das andere dagegen. Das ist der richtige Weg, die Betroffenen sollen selbst entscheiden. Die Eltern und die Gesellschaft muß diese Entscheidung akzeptieren.


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Prof. Klaus B. Günther
Prof. Klaus B. Günther (Hamburg), Professor für Gehörlosenpädagogik an der Universität Hamburg, Fachbereich Erziehungswissenschaft

Klaus B. Günther hält fest, daß die Art der Förderung nicht im Vorhinein festgelegt werden sollte, sondern daß eine breite Palette an Angeboten notwendig ist.


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Pastorin Waltraut Trappe
Pastorin Waltraut Trappe (Eisenach), Stellvertretende Vorsitzende der DAFEG

Wichtig aus theologischer Sicht ist, festzuhalten, daß die Hörschädigung eines Kindes keine Strafe Gottes ist. Den Kindern ist zu verdeutlichen, daß sie geliebt sind, so wie sie sind und ohne, daß sie dafür eine Leistung erbringen müßten.
Auf die Warum-Frage (Warum ist mein Kind taub?) gibt es keine Antwort. Ein Suchen nach Antworten ist darum auch nutzlos. Jesus hat die Warum-Fragen in Wozu-Fragen (Wozu kann mir das helfen...) umgeformt. Man könnte auch fragen: "Was brauche ich für mein Leben?"
Damit die Kinder sich diese Frage selbst beantworten können, müssen ihnen alle Möglichkeiten angeboten werden.


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